Antiquitäten Hasenstab

Stilinformation Louis Seize

Der Stil Louis Seize

Erscheinungsmerkmale:

Im Gegensatz zum vorherigen spätbarocken Stil des Rokoko, in welchem die Formung und Schweifung des Möbels teilweise ins groteske übersteigert war, folgt der Louis-Seize-Stil einer ruhigeren und unverwechselbar klareren Linienführung. Ganz unzweifelhaft löste damit das Louis Seize die Rokokophase ab. Es ist zu erkennen, dass nun wieder die verschiedenen Konstruktionsteile eines Möbels klar gegliedert und symmetrisch erkennbar hervortreten. Als Ornamentik traten vor allem Wellen, Mäanderbänder und der Zahnschnittfries auf. Ebenso sind Kanneluren, Säulen und Pilaster zu nennen. 

Soziokultureller Hintergrund:

Das Louis Seize benennt sich wiederum nach einem frz. Herrscher. Wie uns bekannt ist, war die wirtschaftliche Verflechtung des damaligen Splitterstaates Deutschland mit seinem großen geeinten Nachbarn nicht groß. Aber, in kunsthandwerklichen und kulturellen Dingen, oder formulieren wir etwas allgemeiner an Modeströmungen, galt es gleichwohl als sehr wichtig in Deutschland, was am frz. Hof gerade ‚en vogue’ war.

Die übergroße Machtkonzentration ggü. den Ministaaten Deutschlands hatte einflußreiche Wirkungen. Man kann sagen, vieles wurde einfach übernommen oder im gleichen Sinne fortgeführt.

König Louis XVI stand in seiner Regentschaft von 1774 -1792 und wurde im Januar des darauf folgenden Jahres hingerichtet. Noch während seiner Herrscherjahre sorgte er mit seiner Einflussnahme für das Entstehen der Klassizistischen Epoche. Den stärksten Zuspruch dieser Stilart verzeichnete man zwischen 1770 und dem Ende seiner Regentschaft. In Deutschland verbreitete sich dieser Stil auch unter dem Namen ‚Zopfstil’ in leicht abgewandelter Ausprägung. Nachdem Louis Seize hingerichtet war, ging der Stil dieser Epoche sehr bald in seine zweite Phase, in das napoleonische Empire, über.