Antiquitäten Hasenstab

Der Barockstil - Frühbarock, Hoch- und Spätbarock

Der Barock war eine Epoche in der europäischen Kunstgeschichte, die etwa von 1575 bis 1770 währte. Innerhalb dieser Zeit wird die Epoche nochmals unterteilt in die drei Abschnitte Frühbarock (1575-1650), Hochbarock (1650-1720) und Spätbarock/Rokoko (ca. 1720-1770). Dem Barock ging die Epoche der Renaissance voran, während nach ihm der Klassizismus folgte. In dieser langen Zeitspanne des Barock-Zeitalters entwickelten sich die Möbelfassaden sowohl landestypisch als auch verwendungsspezifisch in sehr differenzierten Erscheinungen. Geografisch gesehen konnte sich der Barock in Italien und Frankreich, sowie den Niederlanden und Deutschland, ja selbst dem kunsthandwerklich stets eigenständigen England weit verbreiten. Dem Stil wurde in seiner Frühphase, während der Zeit der katholischen Gegenreformation durch die katholische Kirche deutlicher Vorschub geleistet. Das Repräsentationsstreben und die Ruhmsucht, die ein barockes Möbel auszustrahlen vermag, wurde hier mit dem katholischen Anspruch deckungsgleich, alles göttliche in irdisch materieller Pracht darzustellen.

Eine kleine Auswahl unserer Barock Antiquitäten

Spätbarock/Rokoko-Konsoltisch um 1790 in Nürnberg gefertigt mit VergoldungAus Massivholz (Kirschholz) gefertigter antiker Schrank aus dem Barock

Stilistische Merkmale von barocken Möbeln und Antiquitäten

In den beiden ersten Abschnitten von Früh- und Hochbarock herrschte eine allgemeine Symmetrie in der Vertikalen vor. Die Grundformen waren zu Beginn kantig und hatten als Ornamentik das Knorpelwerk, das später hinzu kommende Bandelwerk und das Akanthusblatt als Motiv-Variationen. Als optisch tragende Stilbauteile fanden wuchtige Säulen, auch in korkenzieherartig gewundenen Ausführungen oder Pilaster Anwendung. Diese standen jeweils auf Basen und endeten in verschnitzten Kapitellen, welche meist das korinthische oder auch dorische Modell zum Vorbild hatten. In der Spätphase des Barock, dem Rokoko, löste sich dann die vertikale Achsensymmetrie auf. Als dominantes Stilmerkmal bildet sich die Rocaille, ein muschelförmiges Ornament, heraus. Diese wurde in übersteigerter Form meist als Bekrönungselement verwendet. Weiterhin erhielt die Außenform des Möbelkorpuss nun mehr Schwung und Bogen in den Flächen. Die dahinterstehende Philosophie liegt in der Auflösung der Außenform von Einzelheiten und folglich übersteigert im Ineinanderfließen von einzelnen Möbeln in die Wände, sowie von Wänden in die Decken. Dies wird durch viel plastischen Dekor erreicht, der nahezu ausnahmslos von hoher Qualität gearbeitet wurde. Rokoko-Möbel wirken aufgrund dessen auch heute noch sehr verspielt und üppig detailliert gestaltet. Ein Barockmöbel wirkt daher durch seine wuchtigen Proportionen und seinem ihm anhaftenden Repräsentationscharakter auf den Betrachter zumeist sehr dominant und edel, weswegen es auch zur damaligen Zeit als das Hofmöbel schlechthin galt.

Barocke Möbel als Luxus- und Prunkobjekte

In der Tat waren solche Möbelstücke aus Edelhölzern bereits bei ihrer Herstellung sehr teure Luxus- und Prunkobjekte, zu deren Vorfinanzierung die ausführenden Tischler meist nicht in der Lage waren. Der Kauf, bzw. die Fertigung eines solchen Möbels wurde daher nicht selten in einzelnen Etappen an den Schreiner bezahlt. Vom Holzankauf angefangen, über die Fertigstellung der einzelnen Bauteile bis zum Firnissen und dem nachfolgenden Aufbau beim Besteller, vergingen oft viele Monate Bauzeit, in welcher die vorab vereinbarten Abschlagszahlungen geleistet werden mussten.