

ÖKOLOGIE & WOHNKLIMA
Ablaugtechnik - Schadstoffe in antikem Mobiliar?
Es ist zwischenzeitlich weithin bekannt, daß das Ablaugen von alten Farben und Lacken zu Schwierigkeiten führen kann. Die mit Abstand meisten Weichholzmöbel die man heute in den einzelnen Ausstellungen des Antiquitätenhandels findet, wurden in einem Laugebecken entlackt. Bei diesem einfachen Verfahren können jedoch erhebliche Nachteile für das Raumklima und damit natürlich direkt für die Gesundheit des Kunden entstehen, in dessen Wohnung das "gute Stück" nach dem Kauf aufgestellt wird.
Wenn Sie etwas mehr über die Gefahren (bzw. die Giftigkeit) der alten Farben wissen möchten, widmen Sie 3-4 Minuten Ihrer Zeit diesem Problem und lesen Sie den nachfolgenden Artikel zu dem Thema...
Viele Menschen, für die Natur und Umwelt nicht nur Schlagworte sind, schätzen Holz als lebendigen Werkstoff. Die natürliche Maserung, wie auch die warmen Farben der verschiedenen Hölzer sollen erkennbar sein. Die in früheren Jahrzehnten verbreitete „Renovierung“ mit Pinsel und Farbe soll heute wieder rückgängig gemacht werden, und die natürliche Holzmaserung soll sichtbar sein. Hierzu stellt sich jedoch die Frage, wer die alten Farben abbeizt, als auch wie und womit er das tut.
Zur ersten Frage sei gesagt, daß ein Hobbyhandwerker beim herkömmlichen Ablaugen (mit Pinsel und Spachtel) für einen normalen Küchenschrank durchaus 3-4 kg reines Dichlormethan verbraucht. Dichlormethan ist ein ChlorKohlenWasserstoff (durch Krebsgefahr, Waldsterben oder als Ozonkiller bekannt), dessen Einsatz am Arbeitsplatz wohl streng reglementiert ist, dem Hobbyhandwerker im Baumarkt jedoch sehr oft zugemutet wird.
Ebenfalls hochgiftig: Farben und Lacke! Denn kaum jemand weiß, daß gerade die alten Farben sehr hohe Mengen an Schwermetallen enthalten. Mancher Handwerker glaubt sich umweltfreundlich zu verhalten, indem er auf lösungsmittelhaltige Abbeizer verzichtet und statt dessen alkalische „Strips“ oder Laugen verwendet. Diese Meinung wird noch durch einige Öko-Bücher verstärkt, die ihren Lesern zur Natronlauge raten. Laugen bringen jedoch - durch ihren hohen pH-Wert - auch Schwermetalle in Lösung! Die Folge: Beim anschließenden Auswaschen der Möbel und Holzteile vergiften erhebliche Konzentrationen an Zink, Blei, Quecksilber, Cadmium, Chrom etc. über die Kanalisation das Wasser, und gelangen während des Ablaugens natürlich auch direkt in das Holz des Möbels. Chemische Analysen des Spülwassers (also nicht etwa der Lauge bzw. der Farbe), ergaben eine durchschnittliche Belastung durch z. Bsp. Blei von 140 g/m³. Der gesetzliche Grenzwert von Blei liegt jedoch bei maximal 0,5 g/m³. Das Umweltmagazin „Öko-Test“ rät daher schon seit Jahren zur Schonung von Umwelt und der eigenen Gesundheit: „Überlassen Sie das Ablaugen dem Fachmann...“
Nun zur Frage wie die meisten Möbel entlackt werden:
Da die „Selber-Machen-Methode,“ für die meisten Menschen einsehbar, zu hohe unmittelbare Risiken birgt, werden die meisten Hölzer bei einem „Ablauger“ in Auftrag gegeben und dann im „Tauchbad“ entlackt. Hierbei wird das Möbelstück in ein großes Becken voller Lauge getaucht, und verharrt so oft über Stunden in dem Becken. Die Nachteile liegen auf der Hand: Stärker verwurmte Stellen werden durch die Lauge soweit aufgeweicht, daß sie teilweise weich wie ein Schwamm und nur noch durch neue Hölzer zu ersetzen sind. Zusätzlich gilt: je länger das Stück innerhalb der Lauge lag, umso mehr hat es sich damit vollgesogen. Dies ist sehr von Nachteil, da diese vom Holz aufgesogene Lauge im nachhinein wieder neutralisiert werden muß (bedeutet: auf chem. neutralen PH-Wert einstellen), und gelingt daher meist nur sehr unzureichend. Als Folge treten an manchen Stellen sogenannte „Salzausblühungen“ (durch das spätere Ausdünsten der Lauge aus dem Holzkern) auf, die durch weiße Schleier sichtbar werden und im Nachgang nochmals neutralisiert werden müssen. Vor allen Dingen jedoch, saugt sich während der langen Laugezeit das ganze Holz voller Abbeizmittel und dünstet danach langsam bis zur Resttrocknung aus. Daß das Holz zusätzlich von den in der Lauge gelösten Schwermetallen aufnimmt, ist bei diesem primitiven Verfahren nicht zu vermeiden.
Die Alternative zu diesen Übeln liegt in der Nutzung moderner Technik!
Alle in unserem Geschäftsbetrieb anfallenden Entlackungen, wurden ohne CKW-haltige oder ähnliche Lösungsmittel mit der zur Zeit fortschrittlichsten Entlackungs-Anlage entlackt. Die dabei entfernten Farben und Lacke werden in einer Abwasseranlage filtriert, so daß die anfallenden Farben und Schwermetalle zurückgehalten werden. Alle benutzten Flüssigkeiten (also auch die Lauge selbst, sowie das Spülwasser) werden in einem ständig gefilterten Kreislauf geführt, so daß eine sehr gründliche Spülung der Möbelteile gewährleistet wird. Weiterhin werden die Möbelstücke während des eigentlichen Ablaugprozesses in geschlossenen Kabinen mit einem umweltschonenden Abbeizmittel nur besprüht - also nicht eingetaucht! Um weiterhin die Kontaktzeit von Lauge und Holz auf wenige Minuten zu minimieren, wird das Laugemedium stark erhitzt um hierdurch seine Wirkung sehr zu beschleunigen. Daß solchermaßen behandeltes Mobiliar nur einen Bruchteil des Abbeizmittels in sich aufsaugen kann und daher entsprechend gut neutralisiert werden kann, als wenn es im Gegensatz hierzu über Stunden in ein Becken getaucht würde, ist leicht verständlich. Der Nachteil dieses ökologischen Verfahrens ist der um ca. 10-15 % höhere Preis für die Entlackung, welcher aber im Gesamtpreis für ein wohnfertiges Möbel keine merkbare Rolle spielt; ein gesundes und giftfreies Wohnklima, sind das nach unserer Überzeugung wert...
Wenn Sie ein eigenes, noch abzulaugendes Möbelstück besitzen, können wir das Ablaugen für Sie durchführen lassen.


