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Gründerzeit-Nähtisch

um 1880eingetroffen 18.08.2010

Kurzbericht: Gründerzeitstil

Erscheinungsmerkmale:
Das Gründerzeitmöbel ist allgemein formuliert von üppig dekorierter Oberflächengestaltung. Man könnte in Bezug auf die Außenform auch von kantiger, respektive rechtwinkliger Formgebung sprechen. Der rechte Winkel wird fast immer zur Konstruktion angewandt (im Gegensatz zum Louis Philippe oder dem Jugendstil).
Es finden sich die folgenden Stilelemente meistens in mehrfacher Anzahl oder verschieden groß gestaltet an der Frontseite:
Säulen oder Pilaster mit ihren Endungen in Basen und Kapitelle, Schnecken Diamantquader, Halbrollen, mehrfach gestufte Profilierungen und Rosetten. Als Abschluss des Möbels nach oben hin wurde eine (obligatorische) Muschel- oder Giebelbekrönung mit flankierenden Balustern aufgesteckt.

Soziokultureller Hintergrund:
Die Gründerzeit bezeichnet eine Stilphase innerhalb des Historismus. Sie beginnt etwa mit der Gründung des dt. Kaiserreiches in 1871 und dauert neben dem später einsetzenden Jugendstil bis zum Beginn des 1. Weltkrieges. Diese wirtschaftlich prosperierenden Jahre am Beginn dieser Epoche waren verbunden mit einem erstarkenden Nationalgefühl im Kaiserreich.
Dieses Hochgefühl ist deutlich erkennbar sowohl im architektonischen Baustil, sowie auch im Inneneinrichtungsstil dieser Zeit.
Die Einrichtungen dieser Epochen waren gekennzeichnet durch einen Repräsentationscharakter der vom Boden bis zur hohen Decke oft sehr üppig dekoriert und ausgestaltet war. Ebenso sind die Möbel dieser Zeit aufwendig dekoriert mit bestimmten wiederkehrenden Muster, Ornamenten und abschließenden Profilierungen. Eine enge Verwandtschaft zeigt sich zu den Stilmerkmalen der Renaissance unter deren starken Einfluss der Gründerzeitstil generell steht.

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