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Biedermeier-Sofa

um 1830eingetroffen 25.03.2007

Kurzbericht: Biedermeierstil

Erscheinungsmerkmale:
Die Formensprache des Biedermeier ist von einer schlichten Klarheit bestimmt. Es gibt keine Ornamentik! Lediglich kleine Hohlkehlleisten oder Flachleisten schließen ein Möbel (oder einen Teil davon) nach oben oder unten ab. Die Fläche hingegen ist das Hauptgestaltungsmerkmal dieses Stils und ist beim bürgerlichen Möbel meistens in Nuss- bzw. Kirschholz gearbeitet. Der Spätform des Stils merkt man an, dass sich die Außenformen zuerst aufweichen und Rundungen zunehmen. Die Ornamentik findet dessen ungeachtet weiterhin kaum Anwendung.

Soziokultureller Hintergrund:
Das Biedermeier ist die letzte stilistische Ausprägung des Klassizismus und teilt sich in eine Frühphase (1815- 1830) und die darauf folgende Spätphase (1830-1848) auf. Der Stilbegriff
Entstand viele Jahrzehnte später im Nachhinein. Am Anfang des 20. Jahrhunderts erkannte man in einer Rückschau die künstlerische Eigenständigkeit dieser Zeit. Im zeitgeschichtlichen Kontext wird ersichtlich, dass die Bürger nach den napoleonischen Kriegswirren und den folglich wirtschaftlichen Schwierigkeiten keineswegs in der ‚guten alten Zeit’ lebten. Auch fällt in diese Zeitspanne der Niedergang vieler sozialer Stukturen, z. Bsp. die weitgreifende Auflösung der Zünfte, die Ihren Mitgliedern und damit auch deren beschäftigten Gesellen bis dato einen geregelten Broterwerb bot. An deren Stelle traten nun die beginnende Industrialisierung, welche in ihrer Anfangsphase durch ihren Rigorismus viel Elend hervorbrachte, bis es den Arbeitern in späteren Jahrzehnten durch Gewerkschaftsgründungen gelang, die Arbeitsbedingungen wieder etwas zu ‚vermenschlichen’.

Das Biedermeier stellt in dieser Epoche einen von Sachlichkeit und Zweckmäßigkeit geprägten Stil dar. Die Fläche als Gestaltungselement war in den vorherigen Epochen oder Stilarten nie so bedeutsam wie jetzt. Alles Schmuckwerk entfällt! Die Möbel erzielen Wirkung durch ihre ruhige Ausstrahlung und nicht durch effekthaschende Ornamentik oder Applikationen. Dieses ist dem frühen Biedermeier völlig fremd.
Als strukturierendes Gestaltungsmerkmale finden sich beim bürgerlichen Möbel teilweise ebonisierte (Halb-) Säulen oder flache Giebelblenden nach griechischem Vorbild welche die tragenden Elemente symbolisiert darstellen sollen.

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